Österreichische Luxusmarken: Deutschlernen mitten in Wien
Am Mittwoch, den 30. September, unternahmen Teilnehmerinnen des Safavi Impact Institute gemeinsam mit ihrem Trainer Martin Höffinger einen kulturellen Spaziergang durch die Wiener Innenstadt. Thema waren österreichische Traditions- und Luxusmarken und die Frage, wie Unternehmen mit langer Geschichte bis heute erfolgreich bleiben.
Unter dem Titel „Österreichische Luxusmarken – von Lobmeyr bis Swarovski“ führte der Spaziergang zu ausgewählten Geschäften traditionsreicher Wiener Unternehmen. Viele der bekannten Namen sind eng mit Wien und der Habsburgermonarchie verbunden.
J. & L. Lobmeyr wurde 1823 in Wien gegründet und belieferte bereits ab 1835 das Kaiserhaus. Ein für offizielle Empfänge angefertigtes Hofburg-Service war für bis zu 400 Gäste ausgelegt und wurde später auch von der Republik Österreich bei Staatsempfängen verwendet. Bis heute werden die Gläser von Lobmeyr mundgeblasen, geschliffen, graviert und von Hand poliert.
Auch die Geschichte des Juwelierhauses A. E. Köchert führt an den Wiener Kaiserhof. 1832 erhielt das Unternehmen den Titel „Kaiserlich Königlicher Hofjuwelier“, später wurde Jakob Heinrich Köchert zum persönlichen Juwelier Kaiser Franz Josephs ernannt. Zu den bekanntesten Arbeiten des Hauses gehören die Diamantsterne von Kaiserin Elisabeth. Die Schmuckstücke prägen bis heute das ikonische Bild der österreichischen Kaiserin.
Demel begann seine Geschichte 1786 als Confiserie von Ludwig Dehne am Michaelerplatz. Das Unternehmen wurde Hoflieferant und versorgte auch das damalige Hofburgtheater mit Süßigkeiten und Gefrorenem. Eine besondere Rolle in der Unternehmensgeschichte spielte Anna Demel. 1952 wurde sie als erste Frau Österreichs mit dem Titel „Kommerzialrat“ ausgezeichnet.
Swarovski wiederum steht für den Weg einer österreichischen Marke auf den internationalen Markt. Daniel Swarovski gründete das Unternehmen 1895 in Wattens in Tirol und entwickelte eine Maschine, mit der Kristall besonders präzise geschliffen werden konnte. Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fanden Swarovski-Kristalle Eingang in die internationale Modewelt. 1957 entstand gemeinsam mit Christian Dior der „Aurora Borealis“-Effekt, dessen schillernde Oberfläche an das Nordlicht erinnert.
Der kulturelle Spaziergang war Teil des Business-Deutsch-Unterrichts. Vor Ort sprachen die Teilnehmerinnen über Produkte, Zielgruppen und Markenauftritte. An den Beispielen der besuchten Unternehmen diskutierten sie, wie Tradition und Herkunft für die heutige Markenkommunikation genutzt werden und mit welchen sprachlichen Mitteln Qualität und Exklusivität vermittelt werden.
Gerade bei traditionsreichen Unternehmen lässt sich gut beobachten, dass eine lange Geschichte allein noch keine erfolgreiche Marke ausmacht. Entscheidend ist, wie historische Identität mit einem zeitgemäßen Auftritt verbunden wird. Der Spaziergang bot den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, darüber auf Deutsch zu diskutieren und den Wortschatz aus Business, Marketing und Unternehmenskommunikation direkt an konkreten Beispielen anzuwenden.


